Die BVB Handball Damen haben auch das sechste Spiel hintereinander siegreich gestalten können. Mit 22:21 (9:11) besiegte das Team von Trainerin Ildiko Barna die HSG Bad Wildungen Vipers und rückt somit auf den vierten Tabellenplatz der Frauenhandball-Bundesliga (HBF) vor.

Doch bevor es so weit war, hatten die Dortmunderinnen ein hartes Stück Arbeit hinter sich: Die Gäste aus Nordhessen verlangten Barnas Team insbesondere in kämpferischer Hinsicht alles ab. So bekamen die Zuschauer in der Sporthalle Wellinghofen eine rassige und hochspannende Bundesliga-Partie zu sehen, in der der BVB aufgrund seines längeren Atems und einem kühlen Kopf in den entscheidenden Situationen die Punkte im Ruhrgebiet behielt. „Ich freue mich, dass wir die zwei Punkte haben“, gab BVB-Trainerin Barna nach der Partie zu Protokoll. Speziell mit der Angriffsleistung ihrer Schützlinge im ersten Durchgang konnte sie aber nicht zufrieden sein: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht und die gut vorbereitete Manuela Brütsch im Tor warmgeschossen“, bemängelte Barna.

Ihr Team kam gut in die Partie, spielte aus einer stabilen Abwehr zielstrebig nach vorne und führte nach Vaszaris Gegenstoß-Doppelschlag mit 5:3 (13.). Als dann aber die Gegenstöße ausblieben, weil die Gäste nun besser trafen, traten Probleme im Dortmunder Angriffsspiel auf. Das hatte mit zwei Dingen zu tun: Bad Wildungen agierte mit einer offensiven Deckung gegen Nadja Månsson und die Gastgeberinnen taten sich schwer damit, sich gegen diese unkonventionelle Deckungsvariante hochprozentige Abschlüsse zu erspielen – Månssons Torgefahr aus der zweiten Reihe war logischerweise neutralisiert. Und wenn die Schwarzgelben dann zum Abschluss kamen, war da ja auch noch der bereits von Barna angesprochene zweite Grund, und der hieß Manuela Brütsch. Die Schweizerin nahm mit ihrer Erfahrung einige Bälle weg und sorgte so dafür, dass der BVB den Faden verlor und mit einem 9:11-Rückstand in die Kabine ging.

Dort dürfte es insbesondere um den Umgang mit der offensiven Deckungsposition gegangen sein, jedenfalls präsentierten sich die Gastgeberinnen unter der Regie von Caroline Müller auf der Mitte deutlich besser vorbereitet: Die Schwarzgelben ließen die offene Deckung eine offene Deckung sein und griffen die Positionen an, auf denen Bad Wildungen sich an den eigenen Kreis zurückgezogen hatte. Ein Fehler, wie HSG-Trainerin Tessa Bremmer nach der Partie sagte: „Wir waren dann zu passiv und haben zu viele einfache Abschlüsse kassiert“, merkte sie an. Insbesondere Alina Grijseels zeigte im zweiten Durchgang, warum man gegen sie besser nicht allzu passiv bleibt: Die baldige Nationalspielerin erzielte im zweiten Durchgang acht Tore.

So hatte der BVB sich bereits drei Minuten nach dem Wiederanpfiff durch vier Tore in Folge eine 13:11-Führung erspielt, doch Bad Wildungen ließ nicht locker, rieb sich zwar phasenweise gegen die gute Dortmunder Deckung auf, fand aber auch immer wieder eine Lücke. So blieb die Partie bis zum Schluss spannend. Rückblickend bog der BVB auf die Siegerstraße ein, als Kramer und Månsson den ersten Zwei-Tore-Vorsprung für ihre Farben herstellten (19:17, 52.). Die Gäste konnten zwar stets verkürzen oder sogar ausgleichen, doch Barnas Team behielt in einer Schlussphase einen kühlen Kopf und hatte am Ende das nötige Quäntchen Glück. Bremmer suchte die Ursache dafür im Anschluss bei der großzügigen Linie des Schiedsrichtergespanns Köppl/Regner. Ob zurecht oder nicht – ihr Team hätte einen Punkt verdient gehabt. Dem BVB, der durch den Sieg auf den vierten Tabellenplatz sprang und nun punktgleich mit den drittplatzierten Buxtehuderinnen liegt, dürften die zwei Punkte allerdings deutlich lieber sein.

BVB: Woltering, Ferenczi – Kramer (2), Grijseels (9/4), Weisheitel, C. Müller (1), A. Müller, Espínola Pérez, Galinska, Stockschläder (1), van Kreij (2), Huber (1/1), Månsson (3), Emberovics (1), Vaszari (2).

17.03.2018 BVB - HSG Bad Wildungen Vipers (Fotos von Wolfgang Stummbillig)

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