Zwischenzeitlich sah es nach einer deutlichen Angelegenheit aus, die Schlussphase beim 30:26 (15:12)-Auswärtssieg der BVB Handball Damen bei den Frisch Auf Frauen in Göppingen war allerdings durchaus spannend. Dass die Schwarzgelben nach dem Treffer der einmal mehr starken Alina Grijseels zum vorentscheidenden 29:26 (58‘) einmal kräftig durchatmen würden, hätte knapp 20 Minuten davor wohl kaum jemand gedacht. Denn da hatte Grijseels per Siebenmeter zum 21:14 (40‘) getroffen und das Team von Trainer Gino Smits hatte alles im Griff.

Bereits im ersten Durchgang war der BVB die bessere Mannschaft, verpasste es jedoch aufgrund einer fahrigen Chancenverwertung, mit einer deutlicheren Führung als einem 15:12 in die Pause zu gehen. Göppingen spielte lange Angriff und wartete auf eine Lücke im stabilen Dortmunder Deckungsverbund. Tore aus der zweiten Reihe waren mit Ausnahme einiger Unterarmwürfe von Michaela Hrbkova Mangelware. Und weil die Defensive auch in der Seitwärtsbewegung und in den direkten Duellen stabil stand, ging die Pausenführung der Gäste in Ordnung. „Wir hatten uns vorgenommen, im Vergleich zum Hinspiel die Abwehrleistung zu verbessern, damit war ich zufrieden“, lobt Smits seine Schützlinge.

Nach dem Seitenwechsel machten die Dortmunderinnen da weiter, wo sie vor dem Pausenpfiff aufgehört hatten: Aus der stabilen Abwehr um den massiven Innenblock aus Hildigunnur Einarsdóttir und Anne Müller ging es zielstrebig nach vorne. Bei besagtem 21:14 schienen die Dortmunderinnen schon auf die Siegerstraße abzubiegen, aber so leicht gaben sich die Gastgeberinnen nicht geschlagen. Denn die Schwarzgelben mussten für ihren starken Auftritt eine Menge investieren und das machte sich langsam, aber sicher bemerkbar. „Wir mussten dann in der Deckung umstellen, das hat nicht optimal funktioniert, sodass Göppingen zu vielen einfachen Toren über das Eins gegen Eins kam“, analysierte Smits. In der Tat kamen die Baden-Württembergerinnen nun zunehmend einfacher zu Toren, während sich die Borussinnen schwertaten. Denn um genug Power für den Schlussspurt zu haben, musste Smits durchwechseln und die Gastgeberinnen kamen auf zwei Tore heran (25:23, 52‘). Doch weil die Schwarzgelben auch in den entscheidenden Momenten (punktuell zugegebenermaßen glücklich) zu Torerfolgen kamen, konnten die Göppingerinnen nicht weiter entscheidend verkürzen und die Dortmunderinnen hatten in der Schlussphase letztendlich den längeren Atem – Smits‘ Plan war aufgegangen: „Wir konnten dann am Ende wieder umstellen und haben verdient gewonnen.“