Die Handballabteilung von Borussia Dortmund kann in einer richtungsweisenden Personalie für die Nachwuchsarbeit der Schwarzgelben Vollzug melden: Gino Smits wird zur kommenden Saison das neu geschaffene Amt des Leiters des Nachwuchszentrums übernehmen.

Die Einstellung des 57-jährigen Niederländers verspricht eine nachhaltige Konservierung und Verfeinerung der hervorragenden Arbeit, die beim BVB bereits aktuell in der Nachwuchsarbeit geleistet wird. Der Neue wird als Trainer der zweiten Mannschaft fungieren und ist auch für die Führung der Trainerteams in A-, B- und C-Jugend verantwortlich, zudem soll auch die Verzahnung zwischen Handball auf Top-Niveau und der schulischen Ausbildung der Talente weiter vorangetrieben werden. Auch in diesem Bereich finden sich in Dortmund durch die Kooperation mit dem Goethe-Gymnasium und der WIHOGA Dortmund sowie der herausragenden Arbeit von Zuzana Porvaznikova bereits beste Voraussetzungen. Das Ziel ist es, Borussia Dortmund als deutschlandweite Nummer eins in der Nachwuchsarbeit zu etablieren. Daran, dass sich die Schwarzgelben in diesem Bereich auf einem sehr guten Weg befinden, gibt es keinen Zweifel: Die B-Jugend konnte jüngst die Deutsche Meisterschaft feiern, in der A-Jugend belegten die Dortmunderinnen einen starken vierten Platz. Darüber hinaus war der BVB deutschlandweit der einzige Verein, der in beiden Final-Four-Turnieren der jeweiligen Altersklassen eine Mannschaft stellen konnte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Wirken des neuen Nachwuchskoordinators wird die Heranführung der Talente aus der eigenen Jugend an den Bundesliga-Kader sein. Schon zur kommenden Saison rücken mit Dana Bleckmann und Leonie Kockel zwei Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft auf, weitere Spielerinnen sollen und werden folgen. Um eine optimale Kooperation zwischen den einzelnen Trainerteams (Bundesliga, zweite Mannschaft, Jugend) zu gewährleisten, findet sich mit Smits ein zentraler Ansprechpartner und Koordinator für den großen Schritt der Talente in Richtung der Handballelite.

Smits hat drei Kinder, die allesamt im Leistungshandball unterwegs sind. Insbesondere der Name Inger Smits dürfte den heimischen Handballfans ein Begriff sein, die niederländische Nationalspielerin spielte zwei Jahre lang für den VfL Oldenburg, ehe es im vergangenen Jahr nach Dänemark in eine Top-Liga ging. Und auch ihre beiden Brüder Jorn (derzeit bei Randers in Dänemark unter Vertrag, wechselt zur kommenden Saison zum TV Emsdetten) und Kay (Wilhelmshavener HV) werfen Tore auf höchstem Niveau. Das allein besagt in Bezug auf die Qualitäten des 54-Jährigen natürlich erst einmal relativ wenig, deutlich aussagekräftiger ist da schon seine persönliche Vita: Zuletzt betreute Smits die männliche U20-Nationalmannschaft der Niederlande und fungierte als Co-Trainer des Herren-Nationalteams. Zuvor arbeitete er sieben Jahre lang als Trainer der niederländischen Handball-Akademie und war somit maßgeblich mit beteiligt an der Ausbildung der internationalen Top-Spielerinnen, auf die die Niederlande heute zurückgreifen können. Auch im männlichen Bereich gelang es Smits mit seinen Teams immer wieder, vermeintlich stärkere Mannschaften über gut ausgebildete Einzelspieler und einen guten Teamgeist zu schlagen.

In seiner Zeit an der Akademie kreuzten sich auch die Wege mit der BVB-Spielerin Harma van Kreij, die Smits als großen Förderer beschreibt. Auch mit dem Neuzugang im BVB-Tor, Yara ten Holte, arbeitete Smits bereits zusammen. Die Verantwortlichen des BVB versprechen sich von der Zusammenarbeit mit ihrem neuen Nachwuchskoordinator folglich Einiges. Und es spricht nicht allzu viel dagegen, dass sich diese Ideen hin zur besten Nachwuchsarbeit Deutschlands, von der am Ende alle in schwarzgelb profitieren, auch verwirklichen lassen.